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4 Monate als Rucksacktourist in Brasilien 
Inhaltsverzeichnis:
Brasilia Naturschutzgebiet Pantanal Nova Santa Rosa Kinderheim "Lar Belem" Maripa
Foz do Iguacu Itaipu Cidade de Leste(Paraquai) Florianopolis Ilha-"Santa Catarina"
Sao-Francisco do Sul - Enseada Curitiba Paranagua Ilha do Mel
Rio de Janeiro(Ilha Paqueta,Floesta da Tijuca) Buzios
Rio de Janeiro(Barra da Tijuca, Cafetaria Colombo, Feira-de-Nordeste)
Rio de Janeiro(Silvester 2003/2004)
Petropolis Ilha Grande Ouro Preto
Nachdem die erste Reise im letzten Jahr von nur 3 Wochen "verdaut" war, reizte mich das Land erneut, auch wegen seiner Menschen und weil ich, bezogen auf die Größe des Landes, "fast nichts" gesehen hatte. Das Abenteuererdasein liegt mir, ich hatte einen Nebenjob aufgrund dessen ich die unbedingt notwendigen Reisemittel, Geld für Versicherung, Flugkarte..... zusammensparen konnte. Diesmal ging es ans detailliertere Planen einer längeren Tour. Ausgangspunkt dessen waren nicht unbedingt die eigene Planung sondern oft die Erzählungen der anderen Gäste in den Herbergen.
Prinzipiell hatte ich mir grob vorgenommen, möglichst viel aus dem Bereich südlich der Linie Rio de Janeiro - Brasilia zu sehen. Zu Marlucia, die inzwischen ihre Tochter und mich in Berlin besucht hatte, war eine so herzliche Freundschaft entstanden, sodass ich unbedingt wieder bei ihr Quartier beziehen konnte und zwar solange ich wollte.
Vorbereitet habe ich:
• eine Abenteuertour im Naturschutzgebiet Pantanal,(MG)
• ein Volontariat in einem christl. Kinderheim in Nova Santa Rosa (PARANA),
• einen Besuch auf einer Station der Arbeit "Blaues Kreuz" bei Florianopolis.
Weiteres überlasse ich dem Verlauf "vor Ort".
Die Ankunft am 17.09.2003 in Rio war bei schönem warmen Wetter, aber es regnete. Ich war 1 Woche bei Marlucia und habe mir in Ruhe nochmals fast alles angesehen was ich schon das letzte Mal kennen gelernt habe (siehe Bericht von 2002).
Brasilia
Marlucias Schwester wohnt mit ihrer Familie dort und sie hat uns eingeladen. Eine ca. 18stündige Busfahrt von Rio aus liegt hinter uns (1200km). Er hält unterwegs alle 2-4 Stunden an einer Raststätte. Vor Weiterfahrt wurde immer die Zahl der Passagiere festgestellt und erst losgefahren, wenn diese stimmte. Wir sind auf dem Weg kaum durch grössere Städte sonden nur durch ein paar kleine Dörfchen gefahren. Sonst nur weite Wiesen, ab und zu einmal eine Fazenda.
Ihre Wohnung ist in einem Neubaugebiet weit ausserhalb der Stadt. Ich kann aber mit der U-Bahn fahren. Nur gut, dass ich mich am Rodoviaria erkundige, wann die Bahnen fahren.
Man notiere: Mo-Fr 8-20 Uhr !!! Am Wochenende also gar nicht. Da muß ich also wachsam sein um nicht den letzten Zug zu verpassen.
Der erste Eindruck von Brasilia: so etwas wie eine Altstadt, eine Touristenmeile, ein Zentrum... gibt es nicht.
Wohnadressen wie wir sie kennen, gibt es nicht. Die gesamte Adresse besteht aus: Name, Blocknummer, Etagennummer, Wohnungsnummer Der Regierungsbezirk und damit der besuchenswerte Bereich besteht aus einer bebauten Fläche von ca. 500m x 5000m. Brasilia als "künstliche" Stadt stellt sich wie die Draufsicht eines Flugzeuges dar. Die Mittelachse (Rumpf) bestehen einem weiten Bereich, bestehend aus fast nur mehrspurigen Strassen, links und rechts Ministerien. Die 2 Flügel sind dann die Wohn-Kultur-Einkaufsbereiche für die Regierungsangestellten. Ich denke, Brasilia ist vom touristischen Blickwinkel keine extra Reise wert, aber wenn man schon mal dort ist !?
 Ich laufe also an der linken Seite also praktisch vom "Leitwerk" bis zur "Kanzel", am Regierungspalast vorbei bis vorn zu einem sehr hohen Mast mit der brasilianischen Flagge. Zurück ging es dann auf der anderen Seite, wieder vorbei an vielen Ministerien und anderen Einrichtungen...
zum einzig sehenswerten Objekt in Brasilia, der Kathedrale. Diese zeigt sich als futuristischer Bau, hell, lichtdurchflutet und ist wirklich sehenswert.
 •Durch den Blick vom Fernsehturm, der sich etwas in der Mitte des "Rumpfes" befindet, sieht man sehr gut diese künstlich aus dem Boden gestampfte Stadt. Am Rande zeigen sich weitere Satellitenstädte und Wohnviertel. Wir haben die nächsten Tage noch mit dem Auto des Gastgebers weitere Ausflüge in Brasilia gemacht. Ohne Auto ist bei das den Entfernungen dort nicht anders möglich. Somit kenne ich das Wohnhaus des Staatspräsidenten,
•die architektonisch schöne Brücke über den See und anderes. Aber 3 Tage Brasilia reichen, denn das angedachte erste Abenteuer rückte immer näher.
Das Pantanal, eine Tiefebene, die jährlich überschwemmt wird und zum Bundesland Mato Grosso (MG) gehört, ist das Ziel; gelegen nordöstlich einer Linie zwischen den Städten "Campo Grande" und "Corumba". Also wieder mit dem Bus nach Campo Grande, ca.1100km von Brasilia entfernt, Fahrtdauer 16 Stunden - die Strassen sind oftmals in einem erbärmlichen Zustand.. Eigentlich haben wir nur die Stadt Goiania, die Hauptstadt des Landes Goia durchfahren, viel mehr war nicht zu sehen bzw. habe ich nicht mitbekommen.
Campo Grande
 Zeitig am Morgen in Campo Grande angekommen, wundere ich mich, dass die Herberge, die gleich am Rodoviaria liegt, nicht offen war. Aber bald bekomme ich mit, daß ich so mir nichts dir nichts eine Zeitzone überquert habe, es also eine Stunde früher ist als meine Uhr anzeigt. Aber diese Zeit ging auch mit Frühstücken vorüber.
Zur Herberge gehört ein Büro der „Ecological Expeditions" Rua Joaquim Nabuco 185 Centro, 79800-340 Campo Grande (MS)
email:
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Internet: www.pantanaltrekking.com, die mehrtägige Trekkingtouren im Pantanal anbieten. 4 Tage incl. allem = 320 R$. Den ersten oder den letzten Tag bekommt man dort freie Übernachtung.
Das Gepäck kann ich in der Herberge lassen und nehme nur das Notwendigste im Rucksack mit. Ende September kann man schon mit der Regenzeit rechnen, aber das wollte/musste ich riskieren.
Pantanal 
Da ich noch völlig von der Fahrt aufgekratzt bin, beschließe ich, gleich mit dem heutigen Treck weiterzufahren. Als es losgehen soll, sind wir nur 5 Personen - ein Freund aus Holland, einer aus Israel, einer aus England der Fahrer und ich. Da jede Gruppe einen Guide bekommt, haben wir vor Ort sozusagen fast "Einzelunterricht".
Die Strasse nach Corumba wird immer schlechter, die Luft immer heisser und stickiger. Wegen einer Motorpanne haben wir mitten im Wald 3 Stunden Zwangsaufenthalt - ohne Wasser aber dafür mit Affen, unbekannten Lauten aus dem Wald, Schlangen die sich quer über die Strasse schlängelten... Als es weitergeht, müssen wir dann ein paar Kilometer später in einen offenen Kleintransporter mit 2 Sitzbänken umsteigen. Kilometerlang geht es dann ins Pantanal hinein; nur Sandpisten. Wir überquerten viele kleinere Wasserläufe. Die "Brücken" bestehen oftmals nur aus 2 reifenbreiten Bohlen. Langsam wird es dunkel. Der Sandweg wird immer schmaler, dafür die Geschwindigkeit unseres Transporters immer größer. Elektrizität gibt es dort nicht, manchmal hören wir abseits der Strasse einen Stromgenerator brummen. Damit werden irgendwelche kleine Anwesen notdürftig mit Energie versorgt denn ohne Kühlschrank funktioniert dort nichts. Weit nach Einbruch der Dunkelheit erreichten wir das Camp und werden sofort freundlich begrüßt.
Das erste und wichtigste ist das Suchen der hoffentlich mitgebrachten Taschenlampe, ohne die man nachts völlig hilflos ist. Sei es um die Toilette zu suchen oder um nach den Genüssen einiger Caipirinhas die Hängematte wiederzufinden........
Wir 4 können uns aussuchen, wo wir schlafen wollen: Zelt oder Hängematte ?
Im Zelt ist es zu heiß, also entschließen wir uns, jeder eine Hängematte zu verwenden. Nach einem wohlschmeckenden Abendessen ziehen wir uns bald zurück, die Anreise hat uns doch geschlaucht. Ich habe schon viele Male in einer Hängematte gefaulenzt, aber noch nie eine ganze Nacht. Zumal ich gern auf dem Bauch schlafe. Aber wie soll das gehen ? Da ich vorgewarnt worden war, hatte ich mir ein leichtes Schlafmittel mitgebracht. Eine Pille - und ich schlafe wie ein Murmeltier bis zum nächsten Morgen. Das will ich die nächsten Tage beibehalten.
Dieses Naturreservat ist eigentlich eine Tiefebene, die in der jährlichen Regenzeit überschwemmt wird. Durchzogen wird es vom Rio Paraqaui. Dieser tritt jährlich über die Ufer, wodurch weite Flächen der Tiefebene überflutet werden. Durch Ablagerungen der Überschwemmungen wird die Erde fruchtbar. Es gib Süßwasser- und Salzwasserlagunen und welche, die sich in der Trockenheit vollständig zurückbilden. Diese Lagunen sind oft miteinander verbunden. Beeinflusst wird dieses System vom Amazonas, dem Cerrado und dem atlantischen Regenwald. Dieses Zusammenwirken bildet einen einmaligen Lebensraum mit der größten Fauna Amerikas.
Der Tuijuiju-Vogel oder Jabaru ist das "Wahrzeichen" des Pantanal. Bis zu 1,50m gross, weisse Federn und einem schwarzen Kopf mit rotem Kropf.
650 verschiedene Vogelarten 260 Fischarten Ara´s, Tucane ... Alligatore, Piranhas, Affen, Jaguare, Anacondas, Wasserschweine, Wasserbüffel, Gürteltiere , Tapire ...
Die folgenden 4 Tage sind von morgens bis abends ausgefüllt mit Trekking durch die Natur. Dabei waren Flüsschen zu überqueren die keine Brücke hatten, aber mannstief waren. Mittags waren wir wieder im Camp, es war zu heiß und jede Bewegung wurde zuviel, also Siesta in der Hängematte ehe es danach weiterging.
Ebenso gehörte das Angeln von Piranhas zum Programm. Eine kribbelige Angelegenheit nach den Erzählungen von zu Hause. Vor Ort spannend und aufregend und "wer fängt den ersten Fisch" ? Unser Führer (Elias) verfrachtete uns in ein Ruderboot; los gings hinaus auf einen See. Eine Angel hatte jeder schon aber wo ist der Köder ? Nachdem wir fast die Seemitte erreicht hatten, warf Elias eine Handvoll würfelzuckerstückgrosse rohe Fleischstückchen ins Wasser. Im Nu fing dieses an zu "kochen" d.h. viele Piranhas kämpften um diese und nach 15 sek. war alles wieder ruhig. Aufregend ! Er gab uns allen auch solche Fleischstücke und los gings. Aber kaum daß der Haken im Wasser hing, war das Fleich schon abgefressen. Es dauerte eine Weile, aber dann hatte jeder von uns ca. 3-4 Piranhas gefangen. Danach haben wir endlich Zeit,uns etwas umzusehen. Dabei bemerke ich, wie ein Alligator im Abstand von ca. 50m seine Kreise um das Boot schwamm. Aber da Elias, unser Guide, völlig ruhig blieb, hat uns das auch nicht weiter aufgeregt. Nachdem er uns wieder ans Ufer gerudert hat, brachen wir zu einem Außencamp auf. Dort sollten die Piranhas gebraten und verspeist werden. Das Camp bestand aus einem Baum inmitten einer Graslandschaft, darunter mehrere Hängematten gespannt und einer Gruppe von Alligatoren. Die Sonne brennt vom Himmel. Also rein in die Hängematte und die Seele baumeln lassen. Inzwischen werden die Fische gebraten und wir verspeisen sie mit Genuss, zusammen mit Reis und Salat. Danach geht es ans Erkunden der Umgebung. Auf der anderen Seite des Hügels, nur ca. 20m entfernt, befand sich eine 10m breites Flüsschen oder eine Verbindung zwischen 2 Lagunen. Dort lagern, ziemlich träge aussehend, mehrere Alligatoren.
Nur einen Hopser davon entfernt säuberte gerade der Koch das Mittagsgeschirr, nicht ohne mindestens ein Auge fest auf die Alligatoren gerichtet zu haben. Sie sollen nicht angriffslustig sein so wie Krokodile, aber wer weiss ? Zusammen mit Elias haben wir es aber doch gewagt, diese Burschen anzufassen. Nur vom Maul her hat er uns das verboten, aber sonst... Der Panzer fühlt sich an wie bei einer Schildkröte. Die nächsten 2 Stunden haben wir frei, wir sollten uns nur nicht zu weit entfernen. Aber die Hängematten locken zu sehr.
Ich gehe etwas den Wasserlauf entlang, beobachte braungefärbte Vögel, die eigentlich im aufgesperrten Maul der Alligatoren sitzen um die Reste der Mahlzeit aus den Zähnen dieser zu entfernen. Nicht weiterab sehe ich noch ein Wasserschwein (Capivari). Es ist etwas grösser als ein ausgewachsenes Wildschwein.
Das war ein Tag voller Überraschungen, Neuigkeiten ..... Auch die Touren durch den Wald sind beeindruckend. Eigentlich undurchdringlich, außer auf den Pfaden die die Führer kannten; fast nur Palmen oder mir unbekannte Bäume, viele davon umschlungen von Lianen; auch bizarre Formen, ähnlich der Mangrovenbäume,und einer Blütenvielfalt die unbeschreiblich ist.
Wir hören viel wie man sich hier bewegt, was man tun kann, wenn das Wasser zur Neige geht, wie man Wunden am Körper behandelt ..... Und immer wieder werden uns Tiere und Vögel in den Bäumen gezeigt - faszinierend die Ara´s die es in 3 Farbvarianten gibt, daneben Affen in ihren Schlafstätten..... Zum Programm gehört auch ein Nachmittag wo wir durch das Gebiet reiten können. Natürlich sind die Pferde an reitunerfahrene Touristen gewöhnt und zeigen sich mehr als gemütlich, aber jetzt kann ich alle verstehen, die reiten als das als Nonplusultra sehen, mir ist es leider zu teuer sonst aber ... Bis jetzt haben wir unwahrscheinliches Glück mit dem Wetter. Ende September beginnt normalerweise die Regenzeit. Die Luft ist sehr heiss, die Sonne brennt - aber drohende dunkle Wolken am Himmel deuteten auf eine Änderung hin. Begleitet ist diese Entwicklung durch ein andauerndes Gebrüll der Affen, die damit anzeigen, dass sich wohl bald Regen einstellen wird. Und wahrlich, kaum waren wir auf der Rückfahrt nach Campo Grande als der Himmel seine Schleusen öffnete. Ein kurzer Guss mit einer mir bis dato unbekanntem Heftigkeit lässt uns sofort unter die Regenplane verschwinden. Nur gut, die Tage vorher waren trocken, man kann nichts unternehmen wenn man nicht entsprechend ausgerüstet ist.
Ich bleibe noch 1 Tag in Campo Grande, genieße das Flair in der Markthalle, sehe mir die Stadt an.
Ich werde ein Freund von "Caldo da Cana", hergestellt mit einer "vorsindflutlichen Maschine" -frisch gepresster Zuckerrohrsaft, mit Eis vesetzt, süß aber himmlisch. Habe mich auch in die Hände eines Friseurs begegeben - 5 R$ für einen Schnellhaarschnitt mit einer Haarschneidemaschine. Dann aber weiter mit dem Bus von Campo Grande bis nach Cascavel.
Busfahrten 
Beim Kauf eines Tickets bekommt der Passagier, vor allem wenn man die Grenze eines Bundeslandes überschreitet, zur Fahrkarte einen kleinen Zettel, der sorgfältig auszufüllen ist: Name, Passnummer, Reisegrund, Reiseziel ... Dieser ist beim Einsteigen beim Fahrer abzugeben, und der Pass ist vorzuzeigen. Damit ist eine nahezu lückenlose Kontrolle aller Fahrgäste bezüglich ihrer Reise gegeben. Diesmal war es nicht so weit, nur ca. 10 Stunden. Wir fuhren durch eine trostlos erscheinende Landschaft, links und rechts nur trockene Wiesen voll mit Termitenhügeln. Der Bus hatte blau getönte Scheiben was das Ganze auf die Dauer noch trostloser erscheinen ließ. Nach langer Fahrt erreichten wir bei Guaira, den Grenzbereich zu Paraquay und wurden auf offener Straße durch Bewaffnete angehalten. .Der erste Schreck war kostenlos, es waren Polizisten o.ä. die den Bus auf Rauschgift untersuchten. Dazu ließen sie sich zuerst vom Fahrer die mit den Reisedaten ausgefüllten Zettel geben. Natürlich musste gerade ich als einziger Ausländer aussteigen und meinen Rucksack, der schon aus dem Gepäckraum unter dem Bus hervorgeholt war, öffnen. Sie wühlten dann sorgfältig alles durch und fragten mich immer wieder etwas. "Nao intendo" - ich verstehe nicht - war meine einzige Antwort und sie gaben sich damit dann zufrieden. Es wurden auch die meisten Brasilianer kontrolliert und alles, was nach Plastikpäckchen oder eingeschweisst aussah, aufmerksam geprüft.
Nova Santa Rosa (PARANA)
Hier beginnt der einzige Teil der Reise, der etwas vorbereitet ist. Ich hatte mich vorher mit einem evangelischen Missionswerk in Verbindung gesetzt um nicht nur das Land als Tourist zu genießen sondern mich etwas einzubringen. Sie unterhalten dort ein Kinderheim "Lar Belem" und ein Krankenhaus und ich wollte mich nützlich machen wo und wie ich auch gebraucht werde. Etwas Geschichte: Je südlicher man in Brasilien kommt, in RS (Rio Grande do Sul) oder SC (Santa Catarina) oder RG (Rio Grande) desto "europäischer" werden die Ortschaften sowohl im Baustil als auch in der Bevölkerung. Die meisten Bewohner stammen in der zweiten oder dritten Generation von Deutschen oder Italienern oder ... ab. Dieser Ort "Nova Santa Rosa" - zu deutsch - Neu Santa Rosa - hat seinen Ursprung in der deutschen Gründung weiter südlich namens "Santa Rosa". Als vor vielen Jahren der für die Landwirtschaft nutzbare Platz für die Menge der Nachkommen nicht mehr vorhanden war, wanderten viele aus, gründeten eben einen Ort namens "Neu ...." in Erinnerung an ihre ursprüngliche Heimat. Die hier existierende Landschaft bestand nur aus Wald und musste in mühevoller Handarbeit urbar gemacht werden. Nicht umsonst existiert der Spruch: "Dem Ersten der Tod, dem Zweiten die Not, dem Dritten das Brot", also der Erste wird oft beim Urbarmachen von einem Baum erschlagen, der Nachkomme hält sich gerade mit Not über Wasser, erst dessen Kind kann etwas genießen. Nahezu alles in diesem Ort erinnert etwas an Deutschland, die Sprache im Supermarkt, der Baustil der Häuser, die Sprache in den Läden..... Ich wurde sofort schon wegen des europäischen Aussehens fast überall in deutsch angesprochen.
Kinderheim "Lar Belem"
Ich wurde von "Marechal Candido Rondon" abgeholt und im Kinderheim liebevoll und freudig begrüßt. Auch weil ich vielleicht vom Alter einer der wenigen bin, die noch so auftauchen. Es sind meist junge Leute bis ca. 30 Jahre. Es waren zur Zeit noch 2 junge Frauen, Ruth und Lena da, die bei der Betreuung der Kinder halfen. Quartier darf ich in den folgenden 5 Wochen im Gästehaus nehmen. Meist mache ich mich im Garten, etwas in der Küche und beim Reinigen der Häuser für die Kinder nützlich. Es werden vor allem Kinder aus gestörten Familien, Waisenkinder..., vorwiegend im Alter unter 10 Jahren aufgenommen. Diese Kinder haben vielfach noch nie Liebe und Zuwendung in ihrem Leben erfahren, sind vielleicht missbraucht worden oder haben gestohlen/mussten stehlen um ihr Leben zu fristen. Dererlei Gründe gibt es viele und sind uns vielfach unbekannt. Diese Kinder bekommen vielleicht das erstemal in ihrem Leben genügend zu essen, saubere Wäsche. Hygiene wird groß geschrieben, sie haben ein eigenes Bett, besuchen eine Schule, bekommen Musikunterricht - und das alles ist für sie kostenlos. Getragen wird die Arbeit von einer deutschen Missionsgesellschaft und Spendern. Es herrschte eine ungewohnte Strenge bei der Erziehung/Beschäftigung der Kinder. Aber erst nach vielen Fragen und einiger Zeit des Beobachtens und der eigenen Erfahrungen wurde der Sinn dessen deutlich.
Ich dachte gar nicht, dass ich soviel Geduld bei der Gartenarbeit aufbringen würde. Die Erde ist wie Ziegelmehl, sowohl in der Konsistenz als auch in der Farbe. Regnet es, erscheint sie wie eine Rutschbahn, scheint die Sonne, wird sie knochenhart. Es ist gerade die Zeit der Möhrenernte. Wie bei diesem harten Boden die Möhren es geschafft haben, zu wachsen, ist mir heute noch ein Rätsel. Aber ich habe zum erstenmal Möhren mit der Spitzhacke geerntet. Weit ausholen, möglichst keine Möhre treffen und die Hacke in den Boden dringen lassen. Aber Pustekuchen, weiter als ca. 10cm gelingt es fast nie beim ersten Mal. Jedenfalls ist die Erde dann wenigstens soweit gelockert, dass ich die Möhren vorsichtig mit den Händen ausbuddeln kann. Dass somit viel Zeit vergeht ehe man ein verarbeitbares Ergebnis erzielt, ist sicher jedem klar. Das Gemüse wird dann sofort weiterverarbeitet und küchenfertig eingefroren.
Zum Kinderheim gehört auch ein Bauernhof, dessen Erzeugnisse zum Unterhalt des Heimes verwendet werden. Es wächst alles in einer üppigen Vielfalt, auch das Unkraut. Besonders beeindruckend war das Ernten von Limetten. Ich klettere in den Baum und habe dann neue Blüten, junge, noch unreife Früchte und die reifen, zu ernteten Früchte vor mir. Desweiteren stehen noch viele Bananenstauden, Grapefruitbäume und Maomaobäume (Papayas) zum Ernten zur Verfügung.
Wenn sich alle zur wohlverdienten Siesta in ihren Bereich verkrümeln oder abends nach dem Tagewerk, borgte ich mir vom Handwerker das Fahrrad und erkunde die Gegend. Sicherlich war ich diesbezüglich im Ort bald als als der "fahrradverrückte" Deutsche bekannt !??? Es bringt mir jedenfalls viele Kontakt mit den dort wohnenden Menschen ein und viele Erfahrungen, Entdeckungen, die ein "normaler" Tourist nicht macht.
Da fahre ich eines Tages an einem Haus vorbei aus dessen Gartenbereich eine dicke Rauchwolke drang, Was das wohl sein könnte ? Natürlich absteigen, schauen und fragen. Der Mann, der aus dem Rauch auftauchte, konnte ziemlich gut deutsch sprechen und zeigt mir seinen im Garten stehenden selbst gemauerten Backofen in dem seine Frau jede Woche Brot bäckt weil der Bäcker für sie zu teuer ist. Der Ofen ist etwas undicht bzw. das benutze Holz feucht, aber er erfüllt noch seinen Zweck. Es sind liebenswürdige Menschen und ich lerne bald die ganze Familie kennen. Seine Eltern leben noch, sie waren wohl die zweite Generation von deutschen Kolonisten aus Ostpreussen. Durch sie erfahre ich auch viel über das doch mühselige und anstrengende Leben, das sie führen; über die Anstrengungen, das tägliche Brot immer wieder auf den Tisch zu bringen. Ganz anders hatte ich mir ihr Leben vorgestellt.
Kontakte mit den dort lebenden nativen Brasilianern gibt es kaum, die Nachbarn sind auch alles Kinder von ehemaligen Deutschen als Bauern und sie besuchen sich fast nur gegenseitig.
Um wieder auf die Natur sprechen zu kommen: Sie haben vor ihrem Küchenfenster eine kleine Vogeltränke hängen wo sich jeden Abend viele Kolibri versammeln, die so zutraulich sind, dass man sich ihnen bis auf 1m nähern konnte. Wenn ein Bauer seine Felder aus irgend welchen Gründen nicht mehr selbst bestellen kann, vermietet er diese. Als Mietpreis wird meist eine prozentuale Beteiligung an der Ernte vereinbart. Somit sind sie besser abgesichert als dies nur finanziell zu regeln.
Die rote Erde dient wirklich dazu, Ziegel herzustellen. Die gesamte Gegend ist dafür bekannt und es existieren viel keine Ziegeleien in der, noch in mir fast unbekannter Handarbeit, diese hergestellt werden. Natürlich habe ich dies mir auch angesehen. Es wird nur notdürftig die oberste Erdschicht weggeschoben und alles darunterliegende mit Wasser versetzt und durch eine Maschine gepresst, sodaß am Ende ein langer Tonstrang entsteht, der automatisch durch einen Faden immer wieder auf Ziegelgröße abgetrennt wird. Dann stehen dort mehrere Männer die diese rohen Stücke auf Handkarren laden, sie zu Trocknen wegfahren und in Regale schichten. Nach ein paar Tagen kommen sie in Brennöfen, die durch einen Arbeiter tagelang mit Holz auf die entsprechende Temperatur geheizt werden. Wird dazu das Blech vor der Heizöffnung weggenommen, ist die Hitze fast nicht auszuhalten. Ein großes Problem wird es geben, wenn das dafür noch verwendete Holz zur Neige geht. Momentan wird alles verfeuert, was irgend wie brennbar ist, nur deshalb sind die Ziegel so billig. In unregelmäßigen Zeitabständen werden durch Kirchgemeinden o.a. , sogenannte "Almoco popular", also öffentliche Essenangebote, durchgeführt. Oft sind dort hunderte von Menschen, die dieses preiswertes Essen nutzen. Sehr erstaunt war ich als man mir erzählte, dass es in diesem doch kleinen Ort 18 Kirchen - bzw. Religiongemeinschaften gibt. Das geht von Baptisten über Lutheraner bis zu Sekten und... ,von mehreren hundert Mitgliedern bis zu einer Handvoll.
Es kam dann noch ein Freund aus dem Allgäu ins Kinderheim, wir haben doch viel Spaß und Freude zusammen, mit den Kindern und Angestellten und bei unserer Arbeit.
Maripa 
Durch einen Freund hier in Deutschland bekam ich einen Tipp, dass er in Maripa einen Freund hat, der und dessen Frau ziemlich gut deutsch sprechen. Was lag näher als ein Besuch dort - zumal dieses Kleinstädtchen nur ein paar Kilometer ab von "Nova Santa Rosa" liegt. Also anrufen und los geht es. Die Gastfreundschaft war wieder einmal überwältigend und ich fühlte mich gleich wohl. Maripa trägt den Beinahmen "Cidade das Orquideas" also Stadt der Orchideen. Und wahrlich - durch die Einwohner sind unter anderem viele Bäume an den Straßen und in den Gärten durch Befestigung von Orchideen auf einem Substrat am Stamm verschönt. Das ist bestimmt faszinierend wenn die Orchideen alle blühen. Daneben sind diese Blumen noch an den verschiedensten anderen Orten zu sehen.
Durch den Freund lerne ich noch viele andere Menschen, teilweise ehemalige Kolonisten, kennen.
Die erste Freiluftrennbahn für Traktorrennen in Südamerika steht in Maripa fast vor ihrer Vollendung. Alle in diesem Kleinstädtchen sind total begeistert.Die Basis für diese Gefährte sind landläufige Traktoren, die in mühseliger, liebevoller Kleinarbeit umgebaut werden und fast gar nicht mehr an ihren Ursprung erinnern. Durch die vielen Kontakte lerne ich auch einen CHIMARAO zuzubereiten und zu trinken. Wenn man diesen Gebräu nicht trinken kann/mag, gehen einem viele interessante Begegnungen, Gespräche... verloren. Es besteht aus Matetee, zubereitet in einem Gefäß ,Cuja, analog einem ausgehöhlten Zierkürbis. Getrunken wir er an jedem Ort und fast immer. Beim Gespräch, beim Autofahren, beim Besuch, beim Spazieren..... Es befindet sich in dem Kürbis ein spezielles Trinkrohr,das Gefäß geht dann reihum. Gleiches kann als TERERE zubereitet werden - Limonensaft, Eis, Rohrzucker,... himmlisch !!! Aber die Tage in Nova Santa Rosa gehen langsam vorbei und ich will/muss meine Reise fortsetzen.
Foz do Iguacu
 Christoph nimmt mich mit seinen Auto bis dorthin mit. Herrlich,es liegt nicht weitab und das muss man unbedingt gesehen haben. Die größten und vielleicht auch die schönsten Wasserfälle der Welt, die aber ziemlich weit ausserhalb der Stadt liegen. Der Rio Iguacu, der Grenzfluss zu Argentinien, fließt zu einem großen Trichter und die Wassermassen stürzen dann in vielen Einzelwasserfällen 50m-80m nach unten, die sich sowohl auf argentinischer Seite wie auch brasilianischer Seite hinziehen. Der gesamte Nationalpark ist sehr groß und beinhaltet noch viele andere sehenswerte Natur- und Tierwelt. Ich besuche sowohl den argentinischen wie auch den brasilianischen Bereich, wobei mir die argentinische Seite besser gefällt. Gleichzeitig nutze ich die Chance, meine Aufenthaltserlaubnis für Brasilien am Grenzübergang kostenlos verlängern zu lassen. Aufpassen muss ich sehr, denn es herrscht kleiner Grenzverkehr und weder Bus noch viele PKW halten gar nicht mehr an. Das ist aber unbeduingt zu Verlängerung notwendig.
Untergekommen bin ich durch Vermittlung im "Acampamento Adventista Foz do Iguacu" die dort einige Gästehäuser unterhält. Sehr preiswert.
Die sich in dem Ort befindende Jugendherberge ist aufgrund ihrer nahen Lage zu den Wasserfällen, zu empfehlen:
• Hostelling International "Paudimar" Albergue da Juventude Rodovia das Cataratas, km 12,5 fone (45)529-6061 email:
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
www.paudimar.com
• "Hotel Florenca Iguacu LTDA." Rodovia das Cataratas km 13 <br> fone: (45) 529-7755 fax: (45) 529-8877 email:
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
www.hotelflorenca.com
Zum Frühstücken bin ich immer mit dem Bus in die Stadt gefahren. In verschiedenen Hotels kostet das reichhaltige Frühstücksbuffet 7-10 R$. Auch zu empfehlen ist der Besuch des "Parque das Aves" in dem fast das gesamte Brasilien durch Fauna und Flora (lebend !) ansprechend gezeigt werden. Eine Attraktion im Bereich der Wasserfälle ist eine Fahrt mit einem Boot dorthin, wo das herabstürzende Wasser auftrifft. Zum Gaudi aller fahren die Boote sogar manchmal relativ dicht an den Wassergischt oder sogar in diesen hinein. Regenfeste Bekleidung ist absolut notwendig, aber was macht das schon ? Man trocknet doch ziemlich schnell wieder.
Die Stadt Foz do Iguacu ist auch interessant und einen Besuch wert. Ebenso sollte man "Tres Fronteras" gesehen haben.
Dort, wo der Rio Iguacu in den Rio Parana fliesst, treffen sich die Grenzen dreier Länder: Argentinien - Brasilien – Paraquay. Auf jeder Landesseite ist dies durch einen Obelisken in den Farben der Landesflagge dokumentiert.
Itaipu
Diesen, weltgrößter Stausee und Wasserkraftwerk, sollte man, wenn man schon dort ist, nicht vergessen, zu besuchen. Ca. 25% des brasilianischen und 90% des paraquayanischen Energiebedarfes werden hier produziert. Mit einem Bus bekommt man die Anlage gezeigt und hat außerdem die Chance, ein Video über die Entstehung zu genießen.
Cidade de Leste- Paraquay
Beide Länder sind hier nur durch den Rio Parana getrennt, die einzige offizielle Möglichkeit des Zuganges ist die Benutzung der Brücke "Ponte de Amizade". Ein Verkehr mir unbekannten Ausmaßes, Stau, Menschenmassen kennzeichnen die Situation an den Grenzpunkten am jeweiligen Ufer. Kontrolliert wurde hier fast niemand d.h. es hält einfach keiner deswegen an. Für die Brasilianer ist das DIE Einkaufsmöglichkeit. Die Preise sind wesentlich niedriger. Hin bin ich mit dem Bus gefahren, zurück über die Brücke gelaufen um das mir Unbekannte hautnah zu erleben. Ein Handel und Wandel unbekannten Ausmaßes auf den Straßen; Hauseingänge sind zu ungefähr 30m langen Einkaufsstraßen ausgebaut und Menschen über Menschen ! Man denkt, das ganze Leben der Leute spielt sich auf der Straße ab, ganze Familien vom Baby bis zum großen Sohn verkaufen irgendetwas. Eine irgendwie geartete Regulierung würde zu einem Stau ungeahnten Ausmaßes führen. Manchmal hae ich den Eindruck, dass der Markt an den verschiedenen Stellen fest in asiatischer Hand ist.
Florianopolis (SC)

Als Europäer hatte ich aber langsam den Eindruck dass das Landesinnere von Brasilien gar nichts für mich ist. Zum Kennenlernen unbedingt, aber ich war nun schon fast 2 Monate dort und sehnte mich nach Wasser, Küste, Strand. Also auf Richtung Florianopolis, besser gesagt an einen kleinen Ort nahe Florianopolis, er heißt Palhoca. Dort ist eine christliche Arbeit - ähnlich der Blauen Kreuz-Arbeit bei uns, also eine Rehabilitation von alkohol-und rauschgiftsüchtigen Menschen. Ich hat von diesem Ort, er liegt ein großes Stück über dem Meeresspiegel, einen fantastischen Blick auf die Küste mit Florianopolis und der Insel "Santa Catarina". Die Arbeit mit den Rehabilitanten wird vom Staat und ausländischen Partnern unterstützt. Die Rauschgifte, die ich kannte, bildeten nur einen kleinen Teil derer, mit denen es die Menschen dort zu tun haben.......
Florianopolis ist eine fast europäisch wirkende Stadt, auch wegen der vielen gepflegten Häuser aus portugiesischer Zeit, der vielen Studenten, den Angeboten in den Geschäften, die auch europäische Markenware führen - als auch die Preise dazu. Die Stadt liegt teilweise auf dem Festland, teilweise auf der Insel "Santa Catarina" und ist mit dieser nur durch obige Brücke verbunden. Jetzt gibt es eine neue, modernere.
Ich habe hier das erste Mal einen original Capoeira-Tanz gesehen und dieses Flair unter einem alten Feigenbaum, einem der Wahrzeichen von Florianopolis, genossen.
Insel "Santa Catarina"
 Ich bekam den Tipp, nicht den nördlichen Teil der Insel zu besuchen, da dieser doch touristisch ziemlich intensiv genutzt wird, sondern ganz in den Süden zu fahren, wo es noch unberührte Natur geben soll. Also gesagt-getan. Fast ganz im Süden, in "Pantano do Sul" (genauer : Costa de Dentro), gibt es u.a. eine kleine, preiswerte Herberge :
•"Albergue do Pirata" Pantano do Sul Tel: 389-2727 oder 9960-1344 email:
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(ausserhalb der Saison für 13 R$ die Nacht ohne cafe da manha. )
Fast leer, wir waren nur 5 Personen aus den unterschiedlichsten Ländern. Wir unternahmen zusammen die unterschiedlichsten Touren : zum südlichsten Punkt der bergigen Insel, vorbei an Dörfchen wo ich bis jetzt immer noch nicht verstehe, wie man so ein Leben führen kann - Ins Inselinnere zu Wasserfällen und in eine kleine, private Cachacabrennerei - fantastisch leere Strände (z.B. Lagoinha de Leste) - Ausflug nach Armacao ... u.a. Hier habe ich die bis jetzt ursprünglichste Natur kennengelernt d.h. von den verschiedensten Blumen über springende Delphine und wilde Bienen....
Hatten sich doch 4 ältere Männer hinter einem Strand eine kleine Hütte gebaut wo sie in ihren freien Tagen hausten, angelten, ihr Essen bereiteten, die Sonne und die Freiheit genossen - gemeinsam mit Schlangen und Leguane.
 Die Cachacabrennerei war ein Abenteuer für sich. Unter welchen primitiven Umständen hier etwas hochprozentiges hergestellt wurde, ist für Europäer nicht verständlich. Hier beim Auspressen der Zuckerrohrstangen. Die Kinder holten mit einem Maultier das geschlagene Zuckerrohr vom Feld, der Vater bediente eine vorsintflutliche Presse für das Zuckerrohr wobei der Saft über ein selbstgebautes Rohr aus Bambus in einen Gärbottich lief. Nach ein paar Tagen des Gärens wird der Saft mittels eines mit Holz geheizten Kessels gebrannt. Ich habe weit und breit kein Thermometer gesehen. Aber das Ergebnis schmeckte und wie uns gesagt wurde, wurde es seit Jahren auch den dort Einheimischen nicht zum Verhängnis. Blumenau
 •Eigentlich sagt der Name schon alles. Und doch muss man das wenigstens gesehen haben, sonst glaubt man es gar nicht. Gegründet wurde die Stadt von einem deutschen Apotheker namens Dr. H. Blumenau. 1848 bekam er von der Regierung 220 km Urwald im Flussgebiet des Itaja. Dort gründete er am 02.September 1850 die Siedlung, die seinen Namen trägt. Soviel zum deutschen Ursprung ! Sei es der Handel, die Oktoberfestfeiern, der Baustil. Häuser, je nach Geldbeutel der Besitzer.
•Viele Häuser sind entweder mit aufgemaltem Fachwerk oder auch richtige Fachwerkbauten. Häuser wo man denkt "sowas steht doch im Harz aber doch nicht hier !" Besucht man das Oktoberfestgelände dort, fühlt man sich beinahe veralbert. Vor "Bayern überall" in den buntesten Farben kann man sich kaum retten.
Sao Francisco do Sul - Enseada
 •Nach soviel „Land“ sehnte ich mich wieder an die Küste und nach dem Trubel in Blumenau habe ich 1 Woche relaxen eingeschoben. Die drittälteste Stadt Brasiliens "Sao Francisco do Sul" hat mich interessiert. Sie ist einen Besuch wert. Zur Zeit ist man dabei, die alten Häuser aus portugiesischen Zeiten zu renovieren.
•Nahebei befand sich der Ort Enseada. Ich habe im Hotel Enseada gewohnt, gemütlich, familiär, preisgünstig... Da noch keine Ferien waren, hatte ich viel Strand, viele Wanderwege u.a. für mich allein.
Curitiba (PARANA)
Die Pinie - das "Wahrzeichen" der Landes Parana. Auf der kurzen Fahrt von Enseada nach Curitiba kommt man immer wieder durch Städtchen oder Dörfer mit europäischen Bewohnern oder starkem europäischen Einfluss. Da gibt es Dörfer mit einer italienisch sprechenden Bevölkerung, gleich das nächste Dorf weist auf deutsche Einflüsse usw. usf. In Curitiba habe ich unter anderem die Jugendherberge genutzt. Sie befindet sich nahe dem Zentrum. Die Stadt mit ihren vielen Einflüssen ist sehenswert. Ich benutzte den Bus der Stadtrundfahrt, wobei man an 4 beliebigen Stellen aussteigen und in einen der nächsten Busse zur Weiterfahrt wieder einsteigen. kann. U.a. weiteres Sehenswertes:
Rua vinte e quatto oras, allgem.Märkte, Weihnachtmärkte unter strahlender Sonne ...
Die eigentliche Attraktion ist eine Busfahrt nach Paranagua und die Rückfahrt mit der Eisenbahn, dem sog. "Serra Verde Express", der fast nur noch touristischen Zwecken dient. Curitiba liegt auf einem Hochplateau in 900m Höhe. In ca. 1,5 Stunden ist man mit dem Bus an der Küste auf Meereshöhe. Man kann sich vorstellen, wie die Bremsen der Autos qualmen können bzw. wie der Zug auf der Rückfahrt den Berg "hinaufschnauft". Dabei sieht die Trasse für den Zug manchmal aus wie an den Berg geklebt.
Paranagua
Diese Kleinstadt am Atlantik habe ich nicht weiter besucht sondern als Ausgangspunkt für den Besuch der Insel "Ilha do Mel" genutzt. Die Altstadt hat mich schon aufgrund ihrer manchmal verfallenen Zustandes abgeschreckt. Vom Hafen fahren täglich 2 kleinere Fähren, morgens 9 Uhr und nachmittags zur Insel. Oder man benutzt die Fähren ab "Pantano do Sul" um dorthin zu gelangen. Eine dritte Möglichkeit musste ich ausprobieren. Die Fähre morgens habe ich leider verpasst, also warten bis nachmittags oder sich mit irgendwelchen Leuten am Hafen bekannt machen um irgendeine Chance zu nutzen..... Ich hielt mich an der kleinen Tankstelle am Hafen auf, wo alle Boote tankten. Der Tankwart zeigte auch Interesse an einem Gespräch zumal früh am Vormittag das Geschäft noch schleppend lief. Es dauerte nur 1 Stunde eines holprigen Gespräches auf portugiesisch wo er sich manchmal vor Lachen kringelte, dann aber war das Eis gebrochen und er viel von mir erfahren hat: "was ich so alles in Brasilien gesehen habe, noch sehen will, woher ich komme ...." Es dauerte nicht lange und es gab auf einmal ein Boot daß zur Insel fuhr und mich für wenig Geld mitnahm.
lha do Mel
 Übersetzt heisst das "Honiginsel" aber nicht etwas weil dort viele Imker leben sondern weil viele junge Paare diese Insel als Ziel für ihre Hochzeitsreise = Honeymoon ansteuern. Einsam, nur ein paar Dörfchen, freundliche Menschen; Häuschen im Gartenhausstil, herrliche Natur, freie Strände, Wanderwege..... Übernachtet habe ich in der
• Pousada "Maresia", die Besitzerin heißt Susanne Heimig Trilha do Farol Tel: (41) 426-8033. (ü+F = 15R$)
auch günstig:
• Recanto Tropical Pousada und Restaurant Tel: 9078-260 / (41) 426-8054
• Pousada Girassol Farol das Chonchas (ca. 20R$) Tel: (41) 426-8006 / (41) 9978 - 2161 email:
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Es gibt, vor allem in der Saison, eine Zugangskontrolle der Besucher dieser Insel, man muss dann wohl auch eine Gebühr entrichten; vor allem gilt das von Pantano do Sul aus. Hier scheint die Zeit stillzustehen. Nur Natur, Ruhe, Hängematte, Baden, Wanderungen ....Stundenlag allein durch herrliche Natur, einsame Strände, eine Grotte besuchen, die nur bei Ebbe zugänglich ist, den Ausblick vom Leuchtturm geniessen.... Eigentlich kann ich alles gar nicht so richtig beschreiben oder ich muss zu sehr ausschweifen. Wer Interesse hat an dieser Insel, sollte Kontakt mit mir aufnehmen. Diese Zeit des Ausspannes und Geniessens ging aber auch langsam vorbei, es war ja schon Ende November und als letzten Höhepunkt wollte ich Weihnachten und Silvester in Rio de Janeiro erleben. Also mit dem Bus über Curitiba, Sao Paulo nach Rio. Mein Gästezimmer bei Marlucia ist ja immer noch frei für mich.
Rio de Janeiro (1)
Die Stadt begeistert und fasziniert immer wieder. All das, was ich schon gesehen hatte, kenne, kann ich jetzt "links" liegen lassen und neues entdecken. Weihnachtstrubel im Centro, feilschen beim Einkaufen, Freunde treffen ....
Ilha Paqueta
Ab Hafen Rio mit einem Schiff in einer Stunde für 2R$. zu erreichen. Es ist eine autofreie Insel. Man fährt mir dem Boot durch die 14 km lange Brücke über die Guanabarabucht. Auf der Insel kann ich ein Fahrrad mieten und diese damit erkunden.
Floresta da Tijuca
Zu Beginn des 19.Jh. begann auf dem heutigen Gebiet des Tijuca- Nationalparks, der extensive Kaffeeanbau in Brasilien. Nachdem der Boden ausgelaugt war, wurde in der Zeit des 2.Kaiserreichs der heutige Wald mit Flora aus der Serra do Mar, der Küstengebirgskette, aufgeforstet. Durch die Höhenlage zwischen 100 und 120 m über dem Meeresspiegel herrscht in dem Parkgebiet ein kühleres und angenehmeres Klima als in der Stadt. Der 120 qm großzügige Bergwald ist bequem zu Fuß durchquerbar.. Mehrere Aussichtspunkte wie "Vista chinesa" (chinesisches Panorama) oder "Mesa do Imperador" (Kaisertisch) eröffnen wunderbare Ausblicke auf die Stadt und ihre Strände.
Buzios
 Eigentlich gehört dieser Ort zu einer Halbinsel mit 23 prächtigen Stränden, einer schöner als der andere, von 10m breit bis unendlich lang.. Strenge Bauvorschriften verbieten hohe Häuser sodass sich der Eindruck von einem gemütlichen Bade-und Fischerdorf erhalten hat. Aber in der Hochsaison wird der Ort zu einem kleinen St. Tropez. Es war ja auch Brigit Bardot, die diesen Ort für sich auswählte und ihr wurde sogar eine Statue gewidmet. Zwischen Dezember und Februar ist Hochsaison, die Preise explodieren, vor allem vorn im Centro, dicht am Wasser. Wer aber nicht in Unruhe fällt, vor allem ausserhalb der Saison, findet in dritter Reihe preisgünstige Angebote. und wer etwas weiter ab wohnen möchte, findet es oft noch günstiger. Eine Herberge ähnlich unseren Jugendherbergen gibt es auch. Kleine, fast ständig fahrende private Kleinbusse bringen mich in kurzer Zeit für wenig Geld ins alte Zentrum. Stundenlange Wanderungen entlang der Strände, das Geniessen von Natur der bergigen Insel, Eintauchen sowohl in modernes als auch in fremdartiges Flair, das Beobachten der Fischer bei ihrem Tun, das Erleben stimmungsvoller Nächte.... was braucht man mehr um wirklich aufzutanken ?
Man kann sehr gut den Bereich um "Cabo Frio" besuchen. Dazu ist aber mehr als ein Tag notwendig.
Es gibt u.a. folgende günstige Übernachtungsmöglichkeiten in Buzios:
• Pousada "Repousa das Flores" Rua da Palmeira Imperial 31 (nahe Posto Turismo) Tel: (0xx22) 2623-6238 Rio (0xx21) 9716-3185
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• Pousada "Mandala" Rua Manoel de Carvalho 223 Tel: (22) 2623-4013 (nahe CVentro)
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nahe Centro)
Rio de Janeiro (2) und Umgebung

Es ist schon Mitte Dezember und man sieht immer mehr Vorbereitungen auf dieses Fest. Die Abende an der Copacabana werden auch von ihnen beeinflusst. Aber es gilt noch viel Neues zu entdecken.
Barra da Tijuca
Der nordamerikanische Einfluss ist hier ganz deutlich zu spüren. Grosse Shopping Malls, Wohnhochbauten, manchmal 6-8 spurige Strassen, oft nobles, mondänes Flair....... Zu Erreichen mit dem Bus, der lange an der Avenida Atlantica, Ipanema, Sao Conrado, Av.das Americanas ... entlang fährt. Die Straße ist manchmal direkt an die Berge (Morro´s) geklebt so gering ist der Abstand vom Meer. Vorbei an Armenvierteln (Favela´s), die größte, Rozinha, hat ca. 200 000 Bewohner. Wenn das Ende der Buslinie erreicht ist, (Recreio dos Banderantes, nach ca. 35 km von der Copacabana aus), ist man noch lange nicht aus dem Stadtbereich von Rio.
 Ich besuche einen Strand mit einem großen Felsen ca. 100 m Durchmesser, 30 m hoch, genannt "Pontal de Sernambe tiba". Hier erlebe ich u.a. einen ganz anderen Menschentyp, freundlich, hilfsbereit..... Das Wasser ist von einer Qualität dass man das Baden an der Copacabana oder in Ipanema vergessen kann. Der Atlantik ist rauher aber warm, die Wellen sind kräftiger, Ebbe und Flut sind spürbarer - es ist einfach phantastisch. Von dem Berg aus ist ein herrlicher Blick auf Barra da Tijuca.
Cafetaria Colombo
Ganz im Stil der alten Zeit liegt es versteckt im Centro. Naschereien, Salgados, Kaffee in den verschiedensten Ausführungen... so richtig zum geniessen.
Feira de Nordeste
Ein Marktplatz im Norden von Rio, veranstaltet von den Bundesländern, Händlern, Gaststätten.... aus dem Nordosten Brasiliens (BAHIA +...) Leckere Gerichte, ganz andere Musik, Tanz....
Petropolis
Die Zeit bis Weihnachten nutze ich noch um die nähere Umgebung von Rio zu erkunden..

1843 kamen, vom Kaiser Dom Pedro II. ins Land gerufen, deutsche Einwanderer in diese Bergidylle. Sie bestellten das Land und legten unter Leitung des deutschen Ingenieurs "Julio Frederico Koeler" eine Stadt an, die sie nach ihrem neuen Kaiser und Gönner benannten. Dieser, begeistert von dem städtebaulichen Konzept, dem angenehmen Klima und der üppigen Natur, gab hier seine Sommerresidenz in Auftrag. Viele europäische Emigranten zog es ebenfalls in die Bergregion mit dem ihnen vertrauteren kühlen Klima. Stadtviertel mit Namen "Bingen" oder "Mosela" zeugen von ihren deutschen Einwanderern. Allein die 66 km lange Strecke dorthin, durch die bewaldete tropische Berglandschaft, die "Serra do Mar" wozu auch die "Serra dos Orgaos", die Orgelberge, gehören, ist ein Genuss. Sehenswert sind das Palazu Imperial, Catedral de Sao Pedro de Alcantara, Palaco de Cristal... Die Rua Teresa ist die Hauptattraktion. In der gewundenen Straße, die sich einen Berg hinaufzieht, reiht sich ein Kleidergeschäft an das andere, denn mit ca. 500 Fabriken rund um die Stadt ist die Textilindustrie die größte Geldquelle.
Die weiteren Tage bis zum Weihnachtsfest verbrachte ich mit Baden, Bummeln im hist. Zentrum von Rio, dem Geniessen des Weihnachtstrubels; Besuch des Parkes "Quinta Boa Vista" u.a.
Ilha Grande
Nach dem Trubel in Rio und Umgebung ist die Erholung auf dieser Insel so richtig angebracht. Das letzte Mal habe ich ja schon hier eine Woche verbracht,(siehe Bericht von 2002) die Insel ist aber für mehrere Besuche geeignet und bietet immer wieder Neues. Übernachtet haben ich wieder der in der Pousada Holandes. Es fahren Fähren vom Festland aus dorthin, entweder ab Mangaratiba oder Angra dos Reis . Auch diesmal gab es wieder Neues dort zu entdecken. - Einsame idyllische Strände - Ein verfallenes Gefängnis aus portugiesischer Zeit; ehem. Qarantänestation für Immigranten - Wanderung quer über die Insel nach Dois Rios ; die Gefängniskolonie dort -Schiffsausflug zum Schnorcheln, Baden ...
Sehr spannend ist die Wandertour fast quer über die Insel nach "Dois Rios". Dieser kleine Ort liegt sehr idyllisch und scheint wie abgeschieden. Eine verfallenes Gefängnis konnte man entdecken, natürlich frei zugänglich, ohne alle Absperrungen und Sicherungen, einsamer Strand, günstiges Essen. Wanderwege entlang einer Sandstraße oder auch durch den Wald....Nahezu jeder Besucher absolviert eine Wanderung zum Strand "Lopes Mendes". Stimmungsvolle Blicke auf Abraoo, auf die Küstenlinie sind auf dem Wanderweg entlang der Küste zu erleben. Der Weg ist noch aus der Zeit der Urteinwohner der Insel, deshalb geht er auch im wahrsten Sinn des Wortes über Stock und Stein. Man erreicht nach ein paar Stunden das Ziel, einen Strand - ideal für Surfer und für Badende, die kräftigen Wellen, schäumenden Gischt und Ruhe, natürlich nur ausserhalb des Wochenendes.
Abends gestaltet sich der Bereich um die Kirche in Abrao zum Geniessen von Livemusik, Bier und Caipirinha, kleine Süssigkeiten essen... und einfach die Seele bei angenehmen Temperaturen baumeln lassen......
Ilha Grande ist mindestens für eine Woche wert, entdeckt zu werden.
Rio de Janeiro (3)
Der 24. Dezember 2003 naht-Sonne, viel Trubel in der Stadt. Marlucia, Cid und ich besuchten abends den Weihnachtsgottesdienst in einer presbyterianischen Kirche. Die Frauen im Haus hatten schon tagelang ein Festtafel vorbereitet und alles schmackhaft selbst zubereitet. Und es schmeckte wahrlich unbeschreiblich. wir waren dafür eine große Zahl von Menschen, Freunde, Familie, Geschwister.... Nach dem Gottesdienstbesuch wurde gemeinsam getafelt und sich unterhalten und danach, also gegen 24 Uhr, die Geschenke ausgeteilt und ausgepackt. Dabei waren die Geschenke weder wertvoll noch teuer, noch ausgefallen ... sondern sie sollten einfach sagen "Ich denke an Dich". Viel Zeit ging noch mit Unterhaltung, geniessen, sich miteinander freuen...vorbei.
Silvester 2003/2004
 • Das ist der Höhepunkt, auf den sich das ganze Land seit Tagen vorbereitet. Die Nachrichten meldeten schon: "Für Mitternacht werden an der Copacabana ca. 2 Millionen Besucher erwartet". Der Tag beginnt ganz normal - heiss und vielversprechend. Ich machte mein Versprechen an meine Freunde wahr : "Silvester sitze ich an der Copacabana und gehe baden". Ganz eigenartig und doch phantastisch : zu Hause trüb, kalt, trostlos, nass.... und hier - Sonne, Strand,warmes Wasser,Wellen....
• Möglichst weiße Bekleidung für den Strandbesuch abends, mindestens ein weißes Shirt, so will es die Tradition.
 So langsam füllt sich der Strand, Imbissstände-u.a. "Krabben am Spiess" ; Macumbatänzer, andere Nationalitäten, Musikgruppen. 3 grosse Bühnen sind am Strand aufgebaut... Rund 500m vor der Küste liegen einige Containerschiffe von denen das mitternächtliche Feuerwerk abgeschossen wird...... Abends ca. 23 Uhr bereitete sich die ganze große Familie bei Marlucia auf den Besuch an der Copa vor. Wir hatten nur 5 min. Fußweg, aber alles war schon voller Menschen.
 Pünktlich um Mitternacht beginnt das große Feuerwerk. Etwas so ausdrucksstarkes habe ich noch nie gesehen. Es dauert nahezu eine halbe Stunde. Danach drehen wir uns wie auf Kommando um. Vom grossen Hotel "Meridien" "floß" ein Feuerregen minutenlang von ganz oben herab. Danach ging der Trubel los. Tanzen, Musik, Glückwünsche..... Alle Bühnen waren besetzt : Rock, Samba, eine Vorschau der Sambaschulen ... Der ganze Trubel zog sich noch bis in den Morgen hin, 4 Uhr lag ich in meinem Bett. Ouro Preto (MG) 
Ein ganz anderes, ja besonderes Stück Brasilien. Schwarzes Gold - das ist der Name der Stadt und gleichzeitig seine Geschichte. Die ersten Pioniere im 17. Jahrhundert haben sich hier niedergelassen, weil die Goldfunde alles übertrafen, was die Portugiesen in Brasilien zuvor entdeckt hatten. Die gesamte, damals viele Tagesreisen von der Küste entfernte Gegend barg so großzügige Mengen des Edelmetalls, dass die Kolonialherren Zehntausende von Sklaven aus Afrika nach Brasilien einschifften, um die Bodenschätze zu heben. Quelle :www.schaetze-der-welt.de Die Geschichte Brasiliens ist nicht denkbar ohne Ouro Preto. Hier wurde 1789 der Aufstand für die Unabhängigkeit Brasiliens von Portugal geplant. Der Anführer war ein Zahnarzt mit Name Joaquim da Silva Xavier Tiradentes. Er wurde jedoch verraten und in Rio de Janeiro gevierteilt .
Auch wer kein "Kirchen-Fan" ist, der sollte sich aber von allen historischen Städtchen in Minas Gerais zumindest "Ouro Preto" ansehen. Die Stadt ist für das Verständnis Brasiliens und das Selbstverständnis der Brasilianer einfach eminent wichtig. Hier erlebt man die Geschichte als Gegenwart, lernt einen fast unbekannten Teil des großen Landes kennen und erlebt einen absoluten touristischen Höhepunkt ! Quelle:www.brasilienportal.ch
Aus der Historie besitzt diese Stadt 11 Kirchen und 13 Kapellen sowohl im Barock-bzw. Rokkokostil, die es alle wert sind, besichtigt zu werden. Die großzügige Zahl der Kirchen in einer Stadt mit heute 68.000 Einwohnern hat ganz andere Gründe: Unter portugiesischer Herrschaft waren die Bewohner gezwungen, das Gold an die Kolonialherren abzugeben. Doch es gab eine Ausnahme: Was für den "Eigenbedarf" bestimmt war, konnte im Lande bleiben. Also bauten die Brasilianer Kirche um Kirche, die sie aufwendig mit Gold ausstatteten. Zur Übernachtung bieten sich viele Hotels, für den schmalen Geldbeutel zwei gut ausgestattete und günstig liegende Jugendherberge an :
• Albergue da Juventude 1 Rua Padre J. Marcos Penna 68 Centro Tel: (31) 3551-2944
email:
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• Albergue da Juventude 2 Rua Costa Sena 30, Centro Tel: (31) 3551-6705
email:
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Beide Herbergen liegen sowohl nahe am Zentrum als auch nahe des Rodoviaria. Weitere Pousadas lassen sich beim Bummel durch die Altstadt schnell entdecken. Man sollte sich aber hüten, zu schnell in die Fänge der Touristenführer am Tiradentes-Platz zu geraten. Besuchen sollte man die Museen rund um diesen Platz.
Die fast 4-monatige Reise nähert sich doch unweigerlich dem Ende zu und die restlichen Tage vergehen bei Bummeln, Geniessen, "Seele baumeln lassen", ... in Rio de Janeiro wie im Flug.
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