Start Reiseberichte Radtour Pfalz-Saarland-Elsass-Schweiz

toppfalz1     2400km Pfalz – Saarland – Elsass - Schweiz     toppfalz2

 

 

Geprägt ist diese Tour durch angenehmes Wetter in der Pfalz, aber danach vom Saarland bis in die Schweiz durch Regenwetter mit unangenehmer Kühle. Mein Durchhaltevermögen wurde arg strapaziert, ich habe es aber geschafft ! So richtig begonnen hat die Tour eigentlich ab Wiesbaden, kürzere Strecken in Hessen und anderswo zähle ich nicht dazu. Die Übernachtung ist in Jugendherbergen geplant.

 

Inhaltsverzeichnis:

Mainz Worms Speyer Kraut und Rüben Radweg Freinsheim Deutsches Weintor

Saarradweg Saarburg Völklingen im Elsass Strasbourg Colmar Mulhouse

Basel Bern Interlaken Staubachfall Trümmelbachfälle Aareschlucht Luzern Richterswil

Bad Zurzach Zürich Rapperswil Kloster Einsiedeln Appenzell



 Wiesbaden
100_1905Nach einer angenehmen mehrtägigen Besichtigung von Wiesbaden ließ ich mich von der S-Bahn über den Main bis nach Mainz transportieren.
Erst dann bekam das Fahrrad sein Recht - immer am Rhein entlang.

Mainz - Worms – Speyer
100_1916100_1924100_1956Alle 3 Städte sind, nicht nur, aber auch, durch ihre Dome, einen separaten Besuch wert. Aber das Fahrrad hatte Vorrang und das Endziel Speyer galt es zu erreichen.
An Mannheim vorbei und immer am Rhein entlang begleitete mich dieser Wegweiser der Rhein-

Speyer
100_1946100_2056100_2061• Schon von ganz fern "grüßt" der Dom zu Speyer über den Rhein. Seine imposante Silhouette ist nicht zu übersehen. in dieser Stadt konnte ich für einige Tage Rast machen, ja eigentlich für etwas länger, auch um die Pfalz zu entdecken.
• Sie sind schon ein fröhliches Völkchen, diese Pfälzer und eigentlich feiern sie alles. Vom "Rheinland-Pfalz-Tag" über Weinfeste allerorten, bis hin zum Rettichfest uvm. - alles wird benutzt um Gemeinschaft zu haben, Besucher anzulocken, sich zu präsentieren, um Besucher zu werben...

Kraut und Rüben Radweg

krautundruebenDer doch etwas neuere Radweg (www.kraut-und-rueben-radweg.de/radkarte.html.de/) zieht sich nahezu durch die gesamte Pfalz von Bockenheim im Norden bis nach Wissembourg im Elsass im Süden. Man streift hier nahezu die gesamte landwirtschaftliche Palette des Bundeslandes. Der Norden ist vielfach geprägt vom Weinbau, während der Süden sich durch Obst-und Gemüseanbau auszeichnet. Hier ist mir so richtig klar geworden warum immer wieder das Gemüeseangebot in den Märkten durch "Gemüse aus der Pfalz" bestimmt wird.
Gestreift werden u.a. Grünstadt, Freinsheim, Wachenheim, Schwegenheim, Offenbach a.d. Queich, Herxheim, Kandel, Deutsches Weintor uvm.
Durch meine Zwischenstation in Speyer läßt sich diese Strecke (ca. 140km) in 2 Etappen gut bewältigen. 


Freinsheim

100_2038100_2040Touristisch angenehm und sehr interessant zeigt sich dieser Ort mit seiner nahezu vollständig erhaltenen Stadtmauer. Sie umschließt unzählige liebenswürdige Bauwerke, die mit Sorgfalt und Sinn fürs Auge restauriert ein Ensemble darstellen, dessen Charme sich dem Besucher beim Stadtbummel erschliesst. Geschichtlich begann die Entwicklung in dieser Gegend bereits in vorrömischer Zeit, der Aufstieg in Handel und Wirtschaft ist aber der römischen Besatzung zu verdanken. Aus dem historischen Winzerdorf ist im Laufe der Jahre eine springlebendig und liebenswerte Stadt geworden. Stetig gewachsen, doch mit einer bewohnten und daher auch belebten, gut erhaltenen Altstadt erfreut sich Freinsheim vieler Besucher und versteht es durch seinen Charme, einen angenehmen Eindruck zu hinterlassen.


Deutsches Weintorpfeil_nach_oben1

100_2008100_2006Unterwegs ergeben sich immer wieder angenehme Inpressionen ehe ich das bekannte Deutsche Weintor erreiche. Kurz danach ist schon Wissembourg im Elsass als Finale des Tages erreicht.

Die Rückfahrt nach Speyer gestaltet sich komplikationslos.

Da sich das Wetter immer wieder von der "nassen" Seite zeigt, fahre ich am nächsten Tag mit der Bahn von Speyer bis Trier mit dem Zug und benutzte dann ab dort das Fahrrad um  von der Saarmündung aus durch das Saarland zu radeln.

Saarradweg

100_2079saar02Von Trier aus geht es ein Stückchen die Mosel entlang bis ich die Einmündung der Saar erreiche. Saarburg ist mein Ziel, der wiedereinsetzende Regen schafft aber immer wieder Hindernisse, die nicht eingeplant waren. Aber durch ! Da ich zum ersten Mal das kleinste Bundesland besuche, bin ich natürlich neugierig. Aber an einem Fluss entlang lassen mich die links und rechts auftauchenden Berge/Höhenzüge kalt.
Ich werde durch ein Schild freundlich begrüßt, die Straße ist teilweise mit einem Radweg versehen, meist leer und gut zu befahren, oftmals ist schon ein separater Radweg an der Saar zu finden.


Saarburg
100_2085100_2094Nicht wissend, was mich erwartet, hat mich dieses kleine Städtchen total überrascht. Lässt man die letzte Flußschleife hinter sich, thront hoch über dem Fluss eine Burg, die Jugendherberge ist natürlich noch etwas weiter oben.
Von dort aus habe ich einen herrlichen Blick über Fluss und Stadt.
Und wenn man im Trockenen in der Jugendherberge sitzt, lassen sich sogar Gewitter, Regen und ein Regenbogen genießen.

Saarschleife bei Mettlach
100_2102Immer einem angenehm zu fahrenden Radweg direkt an den Windungen der Saar entlang verpasse ich fast die Saarschleife. Der Fluß macht hier eine "180 Grad-Kurve". Viele Kalender und andere Printmedien zeigen dieses Bild und man sollte es nicht unterlassen, dies auch zu erleben. Also weg vom Radweg, die Straße bergan bis in der Ort Orscholz  und dann zum Aussichtspunkt Cloef, von dem ich diesen herrlichen Blick über die Saarschleife zur Burg Montclair habe.

Völklingenpfeil_nach_oben1
100_2112100_2115100_2126Ohne die anderen Annehmlichkeiten und Sehenswürdigkeiten des Bundeslandes zu schmälern,- ich wollte Völklingen sehen. Einst DIE Montanstadt, ist sie jetzt ganz anderen Problemen ausgeliefert nachdem die Hütte dort geschloßen wurde.  Völlig überrascht bin ich - die Hütte ist die Stadt und die Stadt ist die Hütte - beides ein Konglomerat.
Jetzt UNO-Weltkultuerbe, werden die alten Industrieanlagen, Kokereien, Hochöfen, Walzwerk ... in einen besucherwürdigen Zustand versetzt und mittels Audioguide und Hinweistafeln zu einem erlebniswerten Ort der Industriegeschichte umgestaltet.

Richtung Elsass
100_2132100_2135• Über Saarbrücken, Saargemünd(Sarreguemines) radele ich Richtung Saaralben(Sarralbe) wobei mich jetzt immer diese Radwegweiser begleiten.
• So langsam erreiche ich die Vogesen, wobei der Radweg am Fluß aufhört und die Straße benutzt werden muß. Nur gut, ich machte die Tour nicht in umgekehrter Richtung, es geht doch für mich mehrfach ziemlich stark bergab, und das bei Regen und starkem Gegenwind, der mich auch bergab zu Treten animiert hat.


Von Saverne nach Strasbourg

100_2138100_2140Das Wetter ist immer noch nicht so, daß Jubel angesagt ist, aber weiter. Es geht jetzt am Rhein-Marne-Kanal entlang. Nicht unbedingt viel zu schauen, aber umso besser kann man sich mit dem Rad ausprobieren. Der Radweg auf dem Deich ist in einem guten Zustand.

Strasbourg

100_2186100_2149• Nahe des Europaparlamentes, einem futuristisch anmutenden halbrunden Glaspalast, erreiche ich, immer am Kanal entlang, die Stadt. Natürlich sind hier einige Tage eingeplant,also auf zur Suche nach der Jugendherberge. Sie liegt nahe der Brücke nach Kehl. Die Altstadt, das Münster mit Uhr, Turmbesteigung uvm. lassen die Zeit in Strasbourg nicht lang werden.
• Das Wahrzeichen des Elsass, der Storch, grüßte aus manchen Fenstern und zierte einige Häuser der Altstadt.
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von Strasbourg nach Colmar
100_2194100_2191Am idyllischen Rhein-Rhone-Kanal entlang, vorbei an kleinen Wehren/Schleusen, die nur noch durch Sportboote oder Freizeitboote genutzt werden, kann ich wieder ungehindert das Tempo nach meinem Wollen gestalten. Leider ist das nur bis Neuf-Brisach möglich, dann muß man auf die Straße N415 ausweichen.


Colmarpfeil_nach_oben1
100_2207stras-colmar62Colmar ist mit 67.000 Einwohnern nach Strasbourg und Mulhouse die drittgrößte Stadt des Elsass und ist eines der attraktivsten Ausflugsziele in der Region. Die Stadt, 823 zum ersten Mal urkundlich erwähnt, erhielt durch Friedrich II. Stadtrechte, wurde 1226 Reichsstadt und Mitte des 14. Jahrhunderts Mitglied im Zehnstädtebund. Seit 1673 gehört Colmar zu Frankreich. Touristische  Anziehungspunkte sind die reizvolle, im Krieg unversehrt gebliebene Altstadt und die Museen mit bedeutenden Kunstschätzen. Weltberühmt ist der "Isenheimer Altar“  von Matthias Grünewald (1470 - 1530) im  Unterlindenmuseum, der ursprünglich für das Antoniterkloster im nahe gelegenen Isenheim gemalt wurde. Leider ist in diesen Tagen der Altar nicht geöffnet.
100_2202Beim Spaziergang durch die Stadt sind auch die vielen traditionellen Laden- und Wirtshausschilder beachtenswert.
Man sollte also ab und an einen Blick nach "oben" werfen. Die auffälligen, phantasievoll gestalteten, reich verzierten Schilder weisen auf den Charakter eines Geschäfts oder eines Berufszweiges hin. In früheren Jahrhunderten dienten sie auch zur Orientierung, weil es keine Straßenschilder und Hausnummern gab.
Colmar genieße ich bei schönem Wetter, aber am nächsten Tag kündet sich schon wieder Dauerregen an, wie stark ? das erlebe ich unterwegs sodaß regendichte Kleidung bis hin zu Regenüberziehschuhe weiterhin mein Outfit prägen.

mulh50Das Radwegschild der Rhein-Route zeigte mir immer wieder den Weg über Neuf-Briesach - Obersaasheim - Fessenheim - Ottmarsheim - Bantzenheim - D39 - das waren die Ortschaften die ich nur durch die regennasse Brille sehe.

Mulhouse
Mit Mulhouse beginnt der das Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Schweiz bestimmende Wirtschafts-und Verkehrsbereich. Die Stadt ist bekannt als "Stadt der 100 Schornsteine" oder "Manchester Frankreich", negativ bekannt durch seinen Kalibergbau in der Vergangenheit weil die Fluß-und Grundwasserbelastung jetzt noch anhält. Auch viele politische Probleme existieren aufgrund der sozialen Schichtung und der existierenden Arbeitslosigkeit.

100_2212100_2216• Das doch kleine Zentrum der Altstadt wird geprägt durch ein Renaissance-Rathaus mit auffälliger Fassadenmalerei und einer überdachten Freitreppe. 

• Wilhelm Tell an einem Haus erinnert daran, daß Mulhouse einst ein Schweizer Bündniskanton war.


Autobegeisterte sollten das Automuseum mit der einzigartigen Bugatti-Sammlung im Museum nicht links liegen lassen.
Der nächste Tag in Mulhouse beginnt wieder mit Regen und die einzige Chance, Basel zu erreichen ist die doch ziemlich stark befahrene D66. Sie führt über Rixheim - Sierentz - Blotzheim.

Basel habe ich nur durch die nasse Brille gesehen. Die Benutzung einer Karte wäre nur im Trockenen, das Suchen der Jugendherberge nur durch Fragen möglich, aber es ist auch wegen des Wetters fast niemand auf der Straße zu sehen. Irgendwie habe ich mich total verfahren, bin ungewollt plötzlich auf der anderen Rheinseite - da fiel mir nur die Jugendherberge in Lörrach ein. Also immer hübsch bergan, es geht nur mit teilweisem Schieben. Wie erwartet ist die Herberge in Lörrach wieder ganz oben am Berg, aber sie haben noch ein Bett für mich. In dieser Höhe ist es auch unangenehm kühl, aber das war mir gleich.


Baselpfeil_nach_oben1
schweiz1schweiz2Am nächsten Morgen ist es kalt in Lörrach aber wenigstens kein Regen. Über den Rhein Richtung Basel ist mein erstes Ziel. Die hervorragende Beschilderung der Radwege darf ich gleich wieder genießen, ebenfalls haben die Schweizer Kühe mir ihr Wohlwollen signalisiert.
Ich will eigentlich Richtung Aarau (CH), aber um die unangenehmen Anstiege der Route 3 (Nor-Süd-Route) zu vermeiden benutze ich die Route 8 (Aare-Route) über Koblenz (CH) - Brugg (CH). Dazu fahre ich also erstmal in Richtung Pratteln (CH) - Rheinfelden (D).

Dort angekommen, erwischt mich sozusagen ein Wolkenbruch unerwarteten Ausmaßes.
"In den Zug und nach Hause" - das sind meine ersten Gedanken, die ich auch in die Tat umsetze. Aber in Waldshut angekommen, scheint die Sonne - also weiter mit der Tour.


Koblenz-Brugg-Aarau-Solothurn
aare1aare2Solange der Radweg an der Straße entlang führt,ist alles in Ordnung, aber nachdem der Weg am Fluß entlang durch Naturwege ersetzt wird, ist das Radeln aufgrund des aufgeweichten Boden fast unmöglich, der aufgewühlte Dreck setzte alle Öffnungen am Fahrrad zu . Ich gerate auch an Stellen am Fluß an denen das Fahrrad nur noch "als U-Boot" fungieren könnte. Endlich in Solothurn angekommen mußte ich das Rad in einer Autowaschanlage gründlichst von allem Schmutz befreien. Die Herberge dort lag auch direkt in der Stadt an der Aare und verhieß mir Entspannung.

Bern
aare03bern15Mit drohenden Regenwolken am Himmel ging es am nächsten Tag weiter Richtung Bern..Die Stadt empfängt mich aber bei angenehmen Temperaturen, die sozusagen locken, das Flair dieser Stadt "einzuatmen". Hoch über dem Fluß thronend, ist es schon interessant, die Andersartigkeit der Stadt gemeinsam mit vielen Touristen zu genießen.
 
bern12bern19

In Bern stehen weit über 100  Brunnen. Sie erinnern die Nachwelt an Berns ehemalige Helden und historische Geschehnisse. 11 davon weisen heute noch das ursprüngliche Standbild auf mit ihren schönen allegorischen Figuren. Die aus der Mitte des 16. Jahrhunderts stammenden Brunnen (Gerechtigkeit, Chindlifresser, Zähringerbrunnen, u.a.m) bezeugen den Wohlstand des damaligen Bürgertums. Die Brunnen prägen das Stadtbild und verleihen der Stadt noch heute Glanz

Der Bärengraben: Der Überlieferung nach erlegte der Stadtgründer Berchtold V. von Zähringen auf der Aarehalbinsel einen Bären, welche der Stadt ihren Namen gab und bis heute Berns Wappentier symbolisiert. Der heutige Bärengraben befindet sich seit 1857 am gleichen Standort.
 
100_2270interlaken10Immer weiter die Aare entlang erreiche ich bei Thun den Thuner See. Aber ohne Aufenthalt verlasse ich die quirlige Stadt und radele weiter durchs Berner Oberland. Vorbei an symphatischen Ortschaften mit ihren einschmeichelnden Häusern, vorbei an der Beatenhöhle und das Niederhorn mit seinen fast 2000m im Rücken, den Blick über den Thuner See auf Berge von 2000-3000m, läßt sich gut radeln.



Interlaken pfeil_nach_oben1

100_2264a11-interl02Der Ort zwischen Thuner und Brienzer See präsentiert sich mondän mit seinen, die Stadt beherrschenden Hotels gehobeneren Standards (z.B. Royal St. Georges oder Grand Hotel Victoria...).
Beeindruckend ist ja die Sicht auf die Viertausender Eiger, Mönch, Jungfrau. Mein Ziel war aber die Jugendherberge, etwas außerhalb der Stadt.

Trümmelbachfälle  bei Lauterbrunnen

Staubachfall

100_2305100_2279100_2306Ich radele durch die sympathischen Orte Matten und Zweilütschinen, lasse die Abzweigung nach Grindlwald links liegen, genießt Lauterbrunnen, bin fasziniert vom hoch herabstürzenden Staubbachfall, der mit seinen 300m Fallhöhe Europas höchster frei fallender Wasserfall ist, erfreue mich bei strahlendem Sonnenschein an den majestätischen Bergen um schließlich ein weiteres grandioses (Natur-)Schauspiel zu genießen.

Die Trümmelbachfälle
100_2292100_2299Die Wasserfälle liegen vor Stechelberg, südlich von Interlaken. Mit einem Schrägaufzug, der in den blanken Fels gehauen wurde, fahre ich 100m hoch zur ersten Aussichtsplattform. Breite, betonierte Wege führen mich zuerst zu der noch höher im Berg gelegenen Klamm mit den 2 großen Wasserfällen des Trümmelbaches. Insgesamt 10 Gletscherwasserfälle sind im Berginnern zugänglich gemacht und beleuchtet.

Der Trümmelbach entwässert allein die riesigen Gletscherwände von Eiger(3970 Hm), Mönch(4099 Hm) und Jungfrau(4158 Hm). Die Gewalt, mit der das Wasser durch die "Senkrechte Klamm" schießt, ist beeindruckend. Der Geräuschpegel ist vergleichbar mit einer Diskothek, in der man sich nicht mehr unterhalten kann.


Aareschlucht

aareschl1aareschl2Am nächsten Tag führt der Weg am Nordufer des Brienzer See über Brienz, Meiringen zum nächsten Highlight, der Aareschlucht bei Meiringen. 
Das Wetter verheißt immer noch nichts Gutes aber es regnet wenigstens momentan nicht.
aareschl3aareschl4Der Fluß zwängt sich hier auf einer Länge von 1400m durch ein Bergmassiv, an der engsten Stelle ca. 1 Meter breit, und die höchste Seitenwand ragt 180 Meter hoch über die Aare, welche abwechslungsreich mal langsam und gemütlich, dann schnell und wild durch die Schlucht fließt. Die Schlucht kann seit über hundert Jahren auf sicherem Steg und durch Tunnels bequem begangen werden.

Inzwischen ist die Schneegrenze laut Wetterbericht auf ca. 1000m gesunken und der Brünigpaß, den ich benutzen muß um Richtung Luzern zu wechseln, liegt auf dieser Höhe. Da wollte ich mir doch ersparen-Schnee und normale Radreifen. Also mit dem Zug ab Meiringen bis zur Paßspitze hoch. Na klar, dort ist es kühl und die Schneegrenze liegt nur unwesentlich höher. Die manchmal rasante Abfahrt ist wegen der niedrigen Temperaturen bis zirka zum Sarner See nicht so angenehm, aber es wurde dann doch merklich wärmer.


Luzern 
100_2348Die Fahrt nach Luzern zieht sich hin und dann werde ich noch durch dieses Schild begrüßt, als ich mich entschließe, die Zahnradbahn hinauf zu Pilatus zu benutzen.
100_2351100_2371Die Kapellbrücke und der achteckige und über 34m hohe Wasserturm wurde in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts als Teil der Stadtbefestigung errichtet. Der Turm wurde in der Vergangenheit als Archiv, Tresorraum, Gefängnis, Verhör- und Folterraum genutzt. Sie sind das Wahrzeichen von Luzern.
100_2358100_2356a14-luzern53Da ich Luzern bei einigen Sonnenstunden erlebe, sind die Blicke über den Vierwaldstädter See in Richtung  Berge berauschend schön.

Richtung Zürichsee
100_2373100_2380100_2382Am Rothsee entlang, am Zuger See vorbei erreichte ich bei schönem Wetter die Stadt Zug und habe mich das erste Mal bei herrlichem Sonnenschein im Freien bei einem Cafe´ "entspannen" können. Aber mein Tagesziel ist noch nicht erreicht,aber irgendwie schaffe ich es, den Berg mit dem Namen Hirzel zu "bezwingen" und Richterswil (am Zürichsee) zu erreichen.

Richterswil
Die Jugendherberge, direkt am See gelegen, war mein Ziel und ich will mich hier 2 Tage ausruhen.

100_2399100_2391Die ganze Gegend um den Zürichsee bedient schon, von außen gesehen, das Klischee über die Schweiz. Ruhig-sauber-reich-teuer...- aber es stimmt nur zum Teil. Landschaftlich aber stimmt es-etwas sanfter ansteigend ergeben sich herrliche Aussichten auf den Zürichsee und das umgebende Bergland.

Bad Zurzach (CH-AG)
Die Fahrt geht weiter in Richtung Pfäffikon, dort über den Damm, der den Zürichsee vom Obersee trennt in den Ort Uznach. Hier klärte sich mein Irrtum auf, als ich meine Freunde anrief und wissen wollte, in welcher Straße sie wohnen. Habe die Ortsnamen Zurzach und Uznach verwechselt. Aber wo liegt Zurzach ??? Im Kanton Aargau, am Rhein gelegen !!!! Guter Rat ist teuer- wie dorthin gelangen ? Das ist mein Metier: In einem Ritt am Zürichsee zurück bis nach Zürich, dort über Dietikon - Baden nach Zurzach(CH) am Rhein.
Meine Tagesleistungsfähigkeit ist damit erreicht, aber ich werde mit viel Hallo begrüßt. Da ich bei Radfahrern bin, wissen sie die Strecke gut zu werten.
zurzach51zurzach58Zurzach darf seit kurzem den Zusatz "Bad" tragen und ist von Landschaft und den Menschen völlig anders als die Innerschweiz. Ohne in Deutschtümelei zu verfallen, vieles kommt mir bekannt vor, Ähnlichkeiten mit Baden-Würtemberg sind nicht zu übersehen. Über den Ort "Kaiserstuhl" ist ganz schnell der Rhein zu erreichen.

Einige Tage der Ruhe und Entspannung, des „Seele baumeln lassen“ sind der Lohn.

Zürich pfeil_nach_oben1
Meine anderen Freunde wohnen aber in der Nähe der schon oben erwähnten, von mir schon fälschlicherweise schon 1x abgesteuerten Kleinstadt Uznach, ganz am entgegengesetzten Ende des Züerichsee. Da das Wetter mir jetzt gesonnen ist, geht es also nach der Ruhezeit in Zurzach wieder los - am Rhein entlang bis Glattfelden, weiter über Bülach
? Kloten zurück nach Zürich.
Das bekannte Fraumünster mit den Kirchenfenstern von Marc Chagall und das berühmte Denkmal Alfred Eschers am Bahnhofsplatz sind mindestens einen kurzen Aufenthalt wert.
Durch angenehmes Radeln an Zürichsee entlang über Thalwil
? Meilen ? Stäfa ? Jona erreiche ich wieder besagte Kleinstadt Uznach. Nun gieht es wieder ziemlich steil bergan durch Gommiswald bis zu dem kleinen Dorf Rieden, jetzt schon im Kanton Sankt Gallen, wo meine anderen Freunde wohnten.

Rieden

100_2443100_2444100_2448Nach einem doch schweißtreibenden Anstieg dort angekommen, werde ich freundlich begrüßt und durch eine herrliche Natur  entschädigt. Ihr Balkon bietet herrliche Aussichten gen Zürichsee/Obersee, in die Linthebene  und ins Tal Richtung Walensee.


Rapperswil 

Eine Fahrt zur beliebten Stadt Rapperswil schließt sich an.
rapperswil1rapperswil2 Sie liegt malerisch am Damm, der den Obersee vom Zürichsee trennt und bestimmt wird durch das imposante Schloß mit einer quirligen Altstadt, einer beliebten Seepromenade und einem Holzsteg über den See.
Der schmale Durchgang zwischen dem Zürich- und dem Obersee wurde von den Anwohnern schon immer zur Überquerung des Gewässers benutzt. Bis ins Mittelalter geschah dies mit Fährbooten. Im 14. Jahrhundert beschloß man, den Fährverkehr durch eine hölzerne Brücke zu ersetzen. Das im Jahr 1358 vollendete Bauwerk war 1450m lang und ruhte auf 546 Eichenpfählen. Die Breite betrug ungefähr 4m war für Fußgänger, Karren und Viehtrieb ausgelegt.
Den gestiegenen Anforderungen aus dem Verkehrsaufkommen nachkommend, bewilligte 1873 das eidgenössische Parlament einen Bundesbeitrag zum Bau eines steinernen Damms mit Bahngleise und Straße und zwei Jahre später konnte mit dem Bau begonnen werden. Ein Spaziergang auf dem Dammtrottoir war schon lange kein Vergnügen mehr. Daher erschien die Idee eines neuen Fußgängerstegs in Form der alten Holzbrücke verlockend (Einweihung 2001).

Der Walensee
walensee55walensee61walensee58Die Flüßchen Linth und Seez speisen diesen schmalen aber langestreckten See, der sich zwischen den Bergen den Platz mit Autobahn, Hauptstraße, Fahrradweg und Eisenbahn teilt. Entlang des Südufers hat man von Radweg aus immer wieder herrlichen Ausblick über den See zu den steil aufragenden Churfirsten, ebenso schließen sich im Süden die Berge des Kanton Glarus an. Von Rieden aus ging es in steiler Fahrt bergab in die doch breite Linthebene, die sich aber stetig verengt, bis man am See durch manche Orte radelt und die Landschaft genießt, ehe Walenstadt, das andere Ende des Sees, erreicht ist.
Der Rückweg ist doch etwas mühselig. Der unangenehme Gegenwind läßt den Weg länger erscheinen als er wirklich ist.

Kloster Einsiedeln

Das Kloster ist der vorletzte touristische und sportliche Höhepunkt der Tour. Wieder über Rapperswil und den Seedamm, dann die Nebenstraße hoch Richtung "Sankt Meinradt". Esist ein ziemlicher Anstieg, durchschnittlich 10% aber streckenweise weit darüber, den ich nur mit zwei Schiebeeinlagen bewältigte. Auf der Höhe angekommen,ca. 1000m hoch, muß ich mich zwischen mehreren weiterführenden Straßen entscheiden. Die wahrscheinlichste Richtung Kloster Meinradt ist aber auch die steilste abwärts. Ich wart also bis ich einige Wanderer fragen konnte ob diese Straße wirklich die richtige ist, denn bei einer Fehlannahme wieder nach oben zu fahren, ist mir ein Graus.
einsiedeln07einsiedeln04Gesagt-getan, diese steile Straße ist doch die richtige und ich überlege mir schon eine Ausweichstrecke für die Heimfahrt. Nach der Abfahrt geht es in stetigem Auf-und-Ab am Sihlsee vorbei bis nach Kloster Einsiedeln.
Ein beschaulicher, quirliger Ort mit farbenfrohen Bürgerhäusern vor dem Benediktinerkloster, den vielen Klostergebäuden, der imposanten Klosterkirche mit der "schwarzen Madonna" und vielen Touristen stellte sich dar.
Geschichte: Im Jahr 835 zog sich Meinrad, ein Benediktiner der Insel Reichenau, als Einsiedler in den "Finstern Wald" zurück. Ihm folgten andere Einsiedler, unter ihnen Bischof Benno von Metz. 934 faßte Eberhard, ein vornehmer Priester aus Strassburg, die Einsiedler zu einem Benediktinerkloster zusammen. Gefördert von Bischöfen, vom Adel (besonders von Herzogin Reginlinde) und vom Königshaus wurde Einsiedeln ein geistliches und kulturelles Zentrum für ganz Alemannien und strahlte auch nach Bayern und Oberitalien aus. Nach der Reformation erstarkte das Kloster wieder bis zu einer neuen Hochblüte in der Barockzeit. Nach der Aufhebung von 1798 und einem dreijährigen Exil wurde neu begonnen. Trotz anhaltender politischer Gefährdung kam es bald zu einer neuen Blüte des Klosters samt seines neuen Gymnasiums. Das Kloster wird ein Mittelpunkt der katholischen Schweiz und ist ein international beliebter Wallfahrtsort. 

Appenzell - Brülisau
Mit dem Fahrrad hoch in den Kanton Appenzell und dann noch viel weiter hinauf in die Berge - das lasse ich doch dann lieber den Jüngeren, also bin ich heute einfach Tourist. Mit dem Auto los bis in das Dorf Appenzell, 780m hoch.
app05app07app01Alle Häuser um den Marktplatz sind im Stil des Appenzeller Landes hergerichtet. Touristisch ein Highlight.  


Die Eltern meiner Freunde wohnen aber noch ein ganzes Stück "weiter oben", so auf 1100m. in Brülisau.  

100_2526100_2560100_2554Mir zeigt sich eine stille, liebliche Berglandschaft, das Klingen der Kuhglocken, freie Blicke zum Berg Säntis, liebliche Häuschen, ungewohnte Ruhe, herrliches Sommerwetter.....

Ab nach Hause, die Fußball-WM hat schon begonnen. Wo kann man sie am besten erleben ? Nur zuhause in Berlin !

ab50ab55ab59Über Gommiswald ? Wattwil ? Wasserfluh (843m) ? Herisau ging es nach Sankt Gallen und schlußendlich komme ich am Bodensee an. Die Fähre bringt mich von Romanshorn nach Friedrichshafen und von dort aus war nur noch die Deutsche Bahn gefragt.



Fazit der Tour:
Trotz manchmal widriger Wetterumstände brachten mir diese 2400km lange Tour viele neue Erfahrungen, Eindrücke, Erlebnisse und ich würde sie jederzeit wiederholen.


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